In einer Pressemitteilung ruft das Mütterforum Baden-Württemberg dazu auf, Zentren wie unserem Familien-Treff eine Öffnungsperspektive zu geben:

„Wir sollten junge Familien in der Pandemie nicht alleine lassen, sondern ihr Bedürfnis nach persönlichem Austausch, nach Vernetzung und sozialen Kontakten für ihre Kinder berücksichtigen. Deshalb ruft das Mütterforum Baden-Württemberg mit seinen Partnerverbänden dazu auf, das bewährte System der Mütterzentren, Familienzentren und Eltern-Kind-Zentren als Anlaufstellen zur Stärkung von jungen Familien aufrecht zu erhalten und den Zentren und den jungen Familien eine Öffnungsperspektive zu geben.“

Die Pressemitteilung:

März 2020 – Die unabhängigen Mütterzentren und Familienzentren im Land (MFZ) stehen für offene Angebote mit niederschwelligen Vernetzungs- und Beratungsmöglichkeiten. Insbesondere jungen Familien fehlen diese Orte der Entlastung und Unterstützung derzeit, sind sie doch in der Pandemie mit vielen zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert.

Ein Jahr mag für ein ausgefülltes Leben nicht viel sein und verhältnismäßig schnell vorbei gehen. „Für junge Eltern ist es jedoch ein ganzes Jahr, in dem unglaublich viel passiert und ihr Kind große Entwicklungsschritte durchläuft“, weiß Heike Schmidt-Langer vom Mütterforum Baden-Württemberg aus eigener Erfahrung.

Austausch unter Gleichen ist eine große Hilfe
Gerade in dieser Zeit erweisen sich die Angebote der Mütter- und Familienzentren als besonders hilfreich: „Ein Austausch unter Gleichen entlastet, gibt Orientierung und die Möglichkeit voneinander zu lernen. Das Gesprächsangebot in den Mütter- und Familienzentren wird immer ergänzt durch kindgerechte Räume und Angebote für Kinder. Das ermöglicht erst den Austausch der Erziehenden“, so Schmidt-Langer.

Die Mitgliedszentren des Mütterforums Baden-Württemberg haben im ersten und zweiten Lockdown schnell umgeschaltet und ihre Arbeit und viele Angebote online oder in Einzelkontakten fortgesetzt. Wenn es möglich war wurden Angebote draußen fortgeführt und auch Second-Hand-Läden für Baby- und Kinderkleidung als niederschwellige Anlaufstellen offen gehalten. Unterstützt wurden die Mütter- und Familienzentren in diesen herausfordernden Zeiten mit Angeboten des partizipativen Lernens durch den Dachverband.

Das Bedürfnis der Eltern nach persönlichem Austausch, nach einer Vernetzung und Gesprächen in Elternrunden, sowie nach sozialen Kontakten für ihre Kinder ist groß. Denn insbesondere die Mütter sind erschöpft und einsam. Das bekommt nicht nur das Mütterforum Baden-Württemberg von seinen Mitgliedszentren zurückgemeldet, sondern auch die Partnerverbände in Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Südtirol. „Die Frage ist, ob wir es uns als Gesellschaft leisten können, Eltern und vor allem Mütter in dieser sensiblen Lebensphase alleine zu lassen“, schreibt das Netzwerk der Eltern-Kind-Zentren in Südtirol.

Deshalb rufen die Verbände gemeinsam dazu auf, das bewährte System der Mütterzentren, Familienzentren und Eltern-Kind-Zentren als Anlaufstellen zur Stärkung von jungen Familien aufrecht zu erhalten und den Zentren mit ihren offenen Räumen und damit den jungen Familien eine Öffnungsperspektive zu geben.

Hintergrund Mütterzentren
Bereits seit den 1980er Jahren ist der offene Treff das Herz der Mütterzentren, die mittlerweile vielerorts unter den Namen „Familienzentrum“, „Eltern-Kind-Zentrum“ oder auch „Stadtteil- und Familienzentrum“ firmieren. Das niederschwellige Angebot des offenen Treffs haben viele andere Träger und neuere Konzepte wie die Mehrgenerationenhäuser inzwischen übernommen. In Pandemie-Zeiten sind offene Angebote mit ihren gewollten Zufallsbegegnungen jedoch nicht oder nur stark eingeschränkt möglich.

Familien in Pandemie nicht alleine lassen